Wanderungen

Fahrradausflug in Rambynas Nationalpark

Alle, die gerne die einzigartige Landschaft Kleinlitauens kennenlernen wollen, laden wir herzlich zu einem Fahrradausflug in der schönsten Umgebung von Rambynnas – Rambynas Nationalpark ein. Die Reiseroute ist Vilkyškiai – Opstainys  Šereiklaukis – Bitėnai – Berg Rambynas. Die Gesamtlänge der Route beträgt 33,7 Kilometer, von denen sich 7,5 Kilometer auf dem asphaltierten Weg, 8,2 Kilometer auf dem Kiesweg und 9 Kilometer auf der Forststraße befinden.

Wenn man Richtung Süden die Strecke Vilkyškiai – Šereiklaukis fährt, biegt man auf einen nichtasphaltierten Weg in Richtung des Waldes auf der rechten Seite nach etwa 1,2 Kilometer vom Zentrum des Städchen Villkyškiai. Dieser Weg führt zu der ‚Hexen Tanne‘, die zum Naturdenkmal erklärt wurde. Wenn man das Auto auf dem Parkplatz geparkt hat, kann man bis zur Tanne entweder zu Fuß laufen oder mit dem Fahrrad auf der Forststraße etwa 1,5 Kilometer fahren. In dem Wald wächst eine 17-stämmige Tanne, die 32,5 Meter hoch ist, die Breite des Stammes beträgt etwa 5,1 Meter in der 1 Meter Höhe. Es wird vermutet, dass die Tanne 140 bis 160 Jahre alt sein könnte.

Wenn man weiter die Straße Vilkyškiai – Šereiklaukis entlang fährt, kann man nach etwa 800 Metern in Richtung links auf einer engen Eichen-Allee (39 Ažuolų alėja) abbiegen. Die hundertjährige Allee verläuft etwa 250 Meter. Man vermutet, dass alle Eichen in der Allee gleichzeitig gepflanzt wurden. Die Höhe der Bäume beträgt etwa 20 Meter und die Breite in der 1 Meter Höhe beträgt 3 bis 3,8 Meter. Das Alter der Bäume beträgt ca. 130 bis 180 Jahre. Die Eichenalle ist ein staatlich geschütztes Naturobjekt.

Wenn man die Reise Richtung Šereiklaukis fortsetzt, befindet sich auf halbem Wege zwischen Vilkyškiai und Šereiklaukis das Dorf Opstainiai. Ein Paar Kilometer nördlich von diesem Dorf, befindet sich auf der rechten Seite der Straße Vilkyškiai – Šereiklaukis der Opstainiai I (oder Vilkyškių, Raudondvario) Burgwall. Dieser Burgwall war einst von den ehemaligen Siedlungen umgeben, in denen man bei den archäologischen Grabungen Funde aus den 1. – 12. Jahrhunderten ausgegraben hat. Mitten in dem Dorf, kann man den Burgwall Opstainiai II bewundern, dass sich auf der westlichen Seite der Straße Vilkyškiai – Šereiklaukis befindet. Das ist ein kleiner Burgwall am Ufer des Flüsschens Apstelė, das einen Damm hat. Diese beiden Burgwälle wurden in den Jahren 2010 und 2011 aus der Initiative der Staatlichen Einrichtung für den Naturschutz mit finanziellen Mitteln aus der EU und Litauen hergerichtet und für die Besucher attraktiv gemacht.

Wenn man Richtung Süden nach Bitėnai reist, nicht weit von der Kreuzung der Flüsse Jūra und Nemunas, befindet sich die älteste Siedlung der Schalauer – Šereiklaukis. Sie war einst ein wichtiger Wirtschaftsstandort in der Region. In der Kriegszeit wurde Šereiklaukis verwüstet und der Gutshof vernichtet. Bis heute sind nur das Gebäude der Schnapsbrennerei, die Scheune, die Türme der Getreidelager und die Reste eines Parks übriggeblieben. Zur Zeit wird der Park des Gutshofes restauriert, die Teiche wurden gereinigt und die Nebengebäuden aufbewahrt und eröffnet.

In dem Wald von Šereiklaukis etwa 0,5 Kilometer von der Straße Vilkyškiai-Bitėnai entfernt, steht der Burgwall von Šereiklaukio. Dieser Burgwall ist ein Augenzeuge der Kämpfe zwischen Schalauer und dem Deutschen Orden. Bis jetzt wurde dieser Burgwall eher versteckt am Rande des Waldes Šereiklaukis gehalten. Dank der Bemühungen der Leitung des Rambynas Nationalparks wurde der Burgwall im Jahre 2011 hergerichtet und für die Besucher geeignet gemacht.

In dem Wald von Šereiklaukis gibt es viele unterschiedliche Arten von Pflanzen, Pilzen, Vögel und Tiere. Viele von ihnen sind in dem Roten Buch der Republik Litauen (Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Spezies) aufgelistet. Das ist ein echter Schatz der Natur. Im Jahre 2009 wurde das ganze Gebiet des Waldes zum Territorium NATURA 2000 ernannt. Vor kurzem wurde in diesem Gebiet ein seltenes Säugetier – der Siebenschläfer - entdeckt. Allerdings ist es ein Naturschutzgebiet und deswegen ist es verboten Pflanzen zu pflücken oder der Natur irgendwie anders zu schaden.

Nach dem Ankommen in Bitėnai, werden die Reisenden in dem Kieferwald, der nicht weit von dem M. Jankus Druckerei-Museum ist, ein beeindruckendes Ereignis sehen – eine Weißstorchkolonie. Die Störche sind ziemlich weit oben, deswegen steht hier ein Fernglass bereit, der das Bild bis zu 60 Mal vergrößert. Das ist eine tolle Aktivität für die Kinder, um ihnen die Natur näher beizubringen.

In dem zentralen Teil des Dorfes Bitėnai steht das Martynas Jankus Druckerei-Museum. Martynas Jankus war ein Sozialaktivist Kleinlitauens, Buchherausgeber und -schmuggler in der Zeit des Presseverbots in Litauen. In dem im Jahre 1999 wiederaufgebauten ehemaligen Anwesen des Martynas Jankus, das früher als Druckerei diente, wurde die Ausstellung gebracht, die aus den Habseligkeiten des Martynas Jankus, Fotografien und dem Zubehör einer Druckerei besteht. Hier wird auch eine Kopie des ewigen Rambynas Buches für die Besucher zur Schau gestellt. Neben dem Museum wurde im Jahre 2003 ein Garten der Gemälde gegründet, in dem die Werke bekannter litauischen Künstler unter freiem Himmel ausgestellt sind.

Der Wegzeiger von der Weißstorch-Kolonie in Bitėnai zeigt die Wegrichtung zum Berg Rambynas. Wenn man diese Richtung reist, wird man den Friedhof Bitėnai (Užbičiai) entdecken. Dieser Ort ist die Begräbnisstätte von Vydūnas, Martynas Jankus, Valteris – Kristupas Banaitis, Jonas Vanagaitis, Elena Grigolaitytė – Kondratavičienė, Aleksandras Žvinakis und anderen ehrenhaften litauischen Persönlichkeiten.

Am Ufer des Flusses Nemunas wurde ein Weg des Kennenlernens eingerichtet. Auf der 1,5 Kilometer langen Strecke sind 11 Stationen bereitgestellt: Šikšnosparniai“ (Fledermaus), Žemyninės kopos“ (Sanddünen mitten im Land), Vabzdžiai“ (Insekten), Potvynis“ (Überflutung), Retieji augalai“ (Seltene Pflanzen) u.v.m.

Wenn man die Endstation der Route – den Berg Rambynas erreicht, können die Besucher die Aussicht auf Ragainė und Tilsit genießen. Es wird vermutet, dass der heilige Berg Rambynas einst der wichtigste heilige Ort des Schalauer Stammes war. Die Höhe des Berges beträgt zur Zeit 45,4 Meter über dem Meeresspiegel. Im Jahre 2003 wurden die Berghänge abgestützt und um die Besucher vor einem Felsensturz zu schützen eine führende Treppe zur Nemunas eingerichtet. Für den Komfort der zahlreichen Besucher, wurde im Jahre 2011 anstelle der alten, aus der Kriegszeit verbliebenen, eine neue, viel komfortablere, weniger steile Treppe eingerichtet.

Der Berg Rambynas wurde besonders berühmt durch Martynas Jankus und Vydūnas. Seit 1884 wurden hier die Feierlichkeiten des Johannistages veranstaltet, zu denen Besucher aus ganz Litauen einreisten. Ein von dem Bildhauer Regimantas Midvikis, der mit einem Staatpreis ausgezeichnet wurde, geschnitzter moderner und eine tiefe historische Bedeutung habender Altar, der die Baltischen Götter Patrimpas (Gott der Flüsse und Quellen), Perkūnas (Donner-, Himmels- und Gewittergott) und Patulas (Todesgott) symbolisiert, schmückt heute den Berg Rambynas.

Wir wünschen Ihnen viele schöne Erlebnisse in der Region Pagegiai!

Mehr Informationen dazu:

GmbH Agrūnė“
Tel. Nr./Fax Nr.: (8441) 55 367, Mobiltel. Nr. 8 652 90 229, 
www.agrune.lt

Mit dem Auto in der Region Pagegiai unterwegs

Reiseroute: Šilgaliai – Pagėgiai – Mikytai – Lumpėnai – Bitėnai

Ausführliche Reiseroute: Šilgaliai – Pagėgiai – Algimantas Mackus Gymnasium – Algimantas Mackus Gedenktafel – Skulptur für die Anschließung Kleinlitauens an Litauen – Der Bahnhof Pagegiai und die historische Eiche –Birutės Straße – Bronė Savickienė Gedenktafel – Palast des Kristijonas Donelaitis Gymnasiums – Būbliškės – Mikytai – Landtourismus Anwesen ,,Senasis Rambynas“ – Martynas Jankus Museum im Landeskreis Pagegiai mit dem Garten der Gemälde Kleinlitauens unter freiem Himmel – Bitėnai Kolonie von Weißstörchen – Friedhof Bitėnai-Užbičiai – Besucherzentrum – Beobachtungshügel Rambynas

1. Wenn Sie die Hauptstraße von Šilgaliai geradeaus fahren, werden Sie die Landstraße 141 anfahren (Šilutė – Jurbarkas). In dieser Kreuzung sollte man rechts Richtung Pagėgiai abbiegen.

*Die Siedlung Šilgaliai wurde durch die älteste in Europa bekannte Pferderasse Trakehner berühmt. Die Trakehner wurden in den Zeiten des Königreichs Preußen um den 19 Jh. im Gutshof Šilgaliai gezüchtet. Die üppigen regelmäßig überschwemmenten Nemunas-Wiesen waren ein wichtiger Grund für die Wieder-Verbreitung der Trakehner Rasse in der Region Pagėgiai nach dem 2. Weltkrieg. Heute werden die Traditionen der Trakehner Pferdezucht von der Filiale der GmbH „Pferdehof Litauens“ (,,Lietuvos žirgynas“), die in Šilgaliai unter dem Namen „Nemunas Pferdehof“ (,,Nemuno žirgynas“) ansässig ist, fortgesetzt und gepflegt.

Wenn Sie sich der Landesstraße 141 (Šilutė-Jurbarkas) nähern, können Sie die vor 137 Jahren gebaute evangelisch lutherische Kirche aus roten Backsteinen in Rukai an der Kreuzung der Flüsschen Eisra und Kamona betrachten. Die Kirche hat die Form eines Rechtecks und einen 30 Meter hohen Turm in dem östlichen Teil. Nach einem von den Vertretern zweier Konfessionen unterschriebenen Vertrag wird die Kirche sowohl von den Protestanten als auch von den Katholiken genutzt. In diesem Vertrag vorgesehene Nutzung der Kirche für die katholische Glaubensgemeinde ist auf 30 Jahre befristet.

Nach etwa 150 Kilometer Fahrt auf der Landesstraße 141 (Šilutė – Jurbarkas) Richtung Pagėgiai auf der linken Seite und etwas weiter weg von der Straße steht das Denkmal ‚Santara‘, das leider von der Entfernung nicht zu sehen ist. Als Königreich Preußen ein Teil des Deutschen Kaiserreichs wurde, hatten die in Kleinlitauen lebenden Litauer keine Möglichkeit mehr auf ihrer Muttersprache zu beten und zu lernen. Aus dem Grund und um das Litauertum zu schützen und beizubehalten, haben die Litauer angefangen Initiativen zu begründen. Bald hatte fast jedes Dorf seine eigene Initiative. Im Jahre 1912 beschlossen diese Initiativen sich zu vereinigen und einen Verband der litauischen Jugendinitiativen zu gründen. Dieser Verband hieß ‚Santara‘. Der erste Leiter des Verbandes war Vydūnas. Das Denkmal ‚Santara‘ wurde im Jahre 1937 in Rukai aus dem Anlass des 25 jährigen Jubiläums der in Rukai gegründeten Jugendinitiative “Ąžuolas” aufgebaut. In das Denkmal wurde ``Santara``. ``Lietuviais esame mes gimę`` (Wir sind als Litauer geboren). 1912–37, Rukai, 1937 06 06 eingemeißelt. Das Denkmal wurde in der Nachkriegszeit umgeworfen und lag verlassen eine lange Zeit da bis es im Jahre 1989 wiederaufgebaut wurde.

2. Fahren Sie die Landesstraße 141 weiter 8 Kilometer geradeaus bis Sie das Städtchen Pagėgiai erreichen.*

* Pagėgiai hat in den langen historischen Jahrhunderten oft sein Gesicht verändert – einst nur eine kleine Siedlung von Nord Schalauen, ist Pagėgiai heute Zentrum des Landkreises. Typisch für Pagėgiai und seine Umgebung sind die einzigartige Architektur der Region Klaipėda sowie gastfreundliche und großzügige Menschen.

3. Wenn Sie in die Stadt Pagėgiai reinfahren, fahren Sie geradeaus bis Sie an allen nacheinander gelegenen folgenden Objekten vorbeigefahren sind: Tankstelle ,,Milda“, Spezialeinheit Pagegiai des Litauischen Grenzschutzes*, ein Apfelbaumgarten, der sich an das Territorium des Pagėgiai Kindergartens grenzt. Wenn Sie das letzte Objekt in dieser Strecke – Café - Hotel ,,Pagėgė“ erreichen, werden Sie sich an einer Kreuzung befinden, von der aus man links in die Žemaičių Straße abbiegen sollte.

*Litauischer Grenzschutz (Valstybės sienos apsaugos tarnyba oder VSAT) ist für den Schutz der Litauischen Grenze zuständig und der Kontrolle der grenzüberquerenden Personen und Transportmittel. 6 Spezialeinheiten des Litauischen Grenzschutzes führt diese Aufgaben aus. Eine von ihnen ist die Spezialeinheit Pagėgiaidie eine 178 Kilometer lange Staatsgrenze zu der Russischen Föderation schützt, 109 Kilometer davon verlaufen parallel zum Fluss Nemunas. Der Spezialeinheit Pagėgiai gehören 7 Grenzschutzposten an - Kudirkos Naumiestis, Šilgaliai, Rociškiai, Viešvilė, Bardinai, Plaškiai ir Vileikiai.Die Posten Bardinai und Viešvilė haben ein Universielles Grenzkontrollsystem (UNISAS). Die Offiziere der Spezialeinheit Pagėgiai werden kontinuerlich weitergebildet, perfektionieren ihre praktischen Fertigkeiten, benutzen die modernsten Grenzbeobachtungs- und –kontrolltechnologien, moderne Ausrüstung – Speedboats, Geländewagen, haben eine den höchsten Standards entsprechende Infrastruktur, verbessern immer wieder die Methoden der Grenzkontrolle nach den Anforderungen der EU und Schengen. In den Räumen des Hauptsitzes der Spezialeinheit Pagėgiai ist ein Museum tätig in dem es eine Fotoausstellung gibt u.ä.

4. Sobald Sie in die Žemaičių Straße reinfahren, werden Sie im Schatten der Bäume eine bescheidene evangelisch-lutherische Kirche sehen. In der Sowjetzeit wurde hier Getreide gelagert, später existierte das Kino ,,Komjaunuolis“. Als Litauen seine Unabhängigkeit wiederherstellte, wurde die Kirche dank den Einwohnern von Pagegiai und den ausländischen Protestanten zum Leben erweckt. Auf der rechten Seite der Straße steht ein ungewöhnliches dreistöckiges Mehrfamilienhaus, in dem früher ein Gericht ansässig war. Das nächste Gebäude ist ein modernisiertes Haus mit der aussergewöhnlichen Architektur, in dem sich das Seniorenheim von Pagėgiai befindet. Früher befand sich hier ein Geburtssaal.

5. Vom Beginn der Žemaičiai Straße, sollte man nach etwa 200 Metern rechts abbiegen in die Vytautas Straße und dann geradeaus fahren.
 

*Auf der rechten Seite werden sie das etwa 100 Meter von der Straße entfernte Algimantas Mackus Gymnasium Pagėgiai sehen. Das massiv gebaute Gebäude wurde im Jahre 1935 gegründet. Wenn Sie sich dem Ende der Straße nähern, werden sie die Möglichkeit haben, eine von Steponas Juška entworfene und für die Region Klaipėda gewidmete Skulptur zu bewundern, welches die Wiedervereinigung Klein- und Großlitauens symbolisiert. Und parallel dazu, auf der anderen Straßenseite – das Geburtshaus (Nr. 6) des Exildichters Algimantas Viktoras Mackus (1932 – 1964), in dem er die ersten sieben Jahre seines Lebens verbrachte. Während er in Chicago lebte, hat dieser Dichter zusammen mit dem litauischen Präsidenten Valdas Adamkus für einen Radiosender gearbeitet. Algimantas Mackus lebt weiter in den Herzen der Pagėgiai Einwohner und seine Erinnerung wurde auf einer Gedenktafel verewigt.
 

6. Wenn Sie die Vytautas Straße verlassen, sollten Sie links abbiegen in die Haupt- bzw. Vilnius Straße. Nach etwa 50 Metern kann man rechts in die Birutė Straße* – eine Fußgänger Allee abbiegen. Išvažiuodami iš Vytauto gatvės, sukite kairėn į pagrindinę Vilniaus gatvę. Pavažiavę ~50 m., sukite dešinėn į Birutės gatvę* – pėsčiųjų alėją.
*Auf dieser Straße stehende Häuser sind das Erbe einer einzigartigen modernistischen Architektur. Am Ende der Straße kann man schon vom Weiten den im 19. Jahrhundert gebauten Bahnhof sehen. Vor ihm wächst eine Eiche, die, so wird geglaubt, vom sogenannten litauischen Patriarchen Martynas Jankus und dem Piloten Feliksas Vaitkus gepflanzt wurde. Nachdem dieser Pilot den Flug von Darius und Girėnas wiederholt hatte, landete er in Irland und kehrte zurück nach Litauen mit dem Zug über Königsberg, wo er in Pagegiai Feliksas Vaitkus feierlich empfangen wurde.


7. Fahren Sie weiter auf der anderen Seite der Birutės Straße. Noch bevor man die Hauptstraße 141 erreicht hat, sollte man an der kleinen Kreuzung rechts abbiegen in die Vydūnas Straße*, an der ein dreistöckiges Haus aus roten Ziegeln steht, das ein typisches Beispiel der klassischen modernistischen Architektur ist (Nr. 5),. Von hier sollte man 200 Meter geradeaus fahren, dann sich rechts halten und weitere 50 Meter fahren bis man die Hauptstraße 141 erreicht hat.


*In der Vydūnas Straße sind einige Holzbauten der volkstümlichen Architektur und die katholische Pagegiai Heilig-Kreuz-Kirche übrig geblieben. Etwa 20 Meter vor dem Ort, wo die Straße nach links abbiegt, steht auf der linken Seite ein Blockhaus. Die Wand dieses Hauses (Nr. 13) wurde mit einer Gedenktafel für die Erinnerung an die Schriftstellerin, Dichterin und generell eine besonders intelligente Person dieser Region Bronė Savickienė, geschmückt. Allerdings das Allerschönste hier befindet sich an der Wende der Straße nach links - Palast des Pagegiai Kristijonas Donelaitis Gymnasiums, das an eine Festung erinnert. Dieses Gebäude wurde in den Jahren 1930 bis 1932 gebaut nach dem Projekt der Architekten Adomas Brakas ir K. Maksvitaitis. Heute dient das Gebäude als Kinderpflegeheim.


8. Wenn Sie die Hauptstraße 141 (Klaipėda-Jurbarkas) erreichen, biegen Sie rechts ab und fahren sich noch etwa 4 Kilometer Richtung Mikytai* bis Sie die Kreuzung erreichen.


*Wenn man dieser Richtung folgt, befindet sich auf der rechten Seite eine der ältesten Siedlungen des Nordschalauer Stammes – Būbliškės, wo der Wald von Mikytai beginnt. Bis heute sind die Ruinen des Būbliškės Gutshofes, der Burgwall und der einzigartige Park mit den Alleen und einem Teich, in dem etwa 41 unterschiedliche Sorten von Bäumen und Gebüsch wachsen, erhalten. Allerdings sind all diese Objekte von der Landesstraße aus nicht zu sehen.


9. An der Kreuzung der Landesstraßen 141 (Klaipėda-Šilutė-Jurbarkas-Kaunas) und A12 (Šiauliai-Tauragė-Kaliningrad (Königberg), biegen Sie links ab, Richtung Tauragė.


*Auf der rechten Seite der Straße werden Sie ein Denkmal sehen für die Erinnerung der ‚In den Jahren 1944-1947 verhungerten und ermordeten Einwohner des Ostpreußens‘, das von dem deutschen Verein ‚Edelweiß-Wolfskinder‘ aufgebaut wurde. ‚Wolfskinder‘ sind die Kinder Ostpreußens, die in dem Chaos des zweiten Weltkrieges auf der Flucht von der roten Armee ihre Eltern verloren haben und später unter den dramatischen Umständen Zuflucht in Litauen gefunden haben oder ums Leben gekommen sind. Die Überreste vieler dieser ‚Wolfskinder‘ sind für immer in dem Wald von Mikytai verbreitet geblieben.


10. Etwa 50 Meter von der Kreuzung entfernt, kann man rechts, Richtung Jurbarkas abbiegen, hier verlässt man die Mikytai* Siedlung. Fahren Sie geradeaus etwa 4 Kilometer Richtung Lumpėnai. Wenn Sie im Frühling reisen, werden Sie das einzigartige Spiel der Natur bewundern können – die überfluteten Wiesen des Nemunas Delta.


*Mikytai ist die große Kreuzung zweier wichtigen Straßen in der Region Pagėgiai - Via Hanseatica“ und ,,Nemuno kelias“ (Nemunas Straße). In der Geschichte der Region Klaipėda ist Mikytai als die Kreuzung bekannt, die mit einer Schmalspurbahn Tilsit-Pagėgiai-Smalininkai Litauen mit der Region Klaipėda verband. Das Ziel der Eisenbahn war es, ungehindert Güter aus Litauen und aus der Region Klaipėda in der Zeit der Nemunas Frühlingsfluten und im Winter, wenn die Binnenschifffahrt unmöglich ist, zu befördern. Passagierbeförderung hat ebenfalls einen großen Teil des Umsatzes ausgemacht. Die Schmalspurbahn war bis zum Ende des zweiten Weltkrieges aktiv.


11. Etwa 4 Kilometer von Mikytai entfernt, auf der rechten Seite der Straße, werden Sie einen Schild ‚Rambyno kalnas‘ (der Berg Rambynas) sehen, folgen Sie dieser Richtung. *Auf der linken Seite des Waldrandes werden Sie das Landtourismusanwesen `Senasis Rambynas` (der alte Rambynas) sehen. Dieses Anwesen befindet sich an einem ruhigen und schönen Ort, in dem ehemaligen Gebäude der Bardinai Schule. Das Gebäude ist authentisch, weil es eine für die Zeit typische deutsche Schule in der Region Klaipėda war. Sie werden an den Posten der Grenzschutz Spezialeinheit `Bardinai` vorbeifahren. Das ist eine der modernsten Einheiten in Litauen.


12. Fahren Sie weiter etwa 4 Kilometer geradeaus bis Sie Bitėnai erreicht haben.


13. Nach der Ankunft in Bitėnai, fahren Sie weiter geradeaus bis Sie einen Wegweiser zum Martynas Jankus Museum bemerken. Bei diesem Schild sollten Sie links abbiegen und auf einer engen Straße weitere 100 Meter fahren. Sie werden bestimmt ein kleines bescheidenes blaues Häuschen auf der rechten Seite der Straße mit den weissen Dekorationen und einem alten Apfelbaum nebenan bemerken. Das ist das Haus, in dem Martynas Jankus damals lebte. Gegenüber werden Sie ein riesiges weißes Gebäude sehen.* Dies ist das Martynas Jankus Museum im Landkreis Pagegiai, in dem in den Zeiten der litauischen Bewegung ‚Atgimimas‘ (Wiedergeburt) eine Druckerei aktiv war. Das ist Ihre dritte Station.


*Martynas Jankus (1858 – 1946) ist ein Presse- und Sozialaktivist Kleinlitauens, der Unterzeichner des Aktes von Tilsit und ein Symbol der litauischen Nationalbewegung. In den Zeit der litauischen Nationalbewegung Atgimimas wurde in seiner Druckerei die litauische Presse gedruckt, die später die weitesten Ecken des Landes erreichte. Er war ein Mensch, der das Litauertum, die Muttersprache und das Nationalbewusstsein des Volkes pflegte. In seinem Haus in Bitėnai waren viele Buchschmuggler und zu dem Zeitpunkt berühmte Persönlichkeiten aus Kultur und Politik zu Besuch. Im Jahre 1988 wurden die Arbeiten zum Wiederaufbau der in der Nachkriegszeit vernichteten Druckerei angefangen. In dem wiederaufgebauten Gebäude der Druckerei wurde das Martynas Jankus Museum gegründet, in dem die persönlichen Sachen des Patriarchs, Fotografien, die litauischen Bücher aus jener Zeit, Kalender und Zeitungen ausgestellt werden sowie eine für die Zeit typische Druckmaschine. Das interessanteste von den Ausstellungsstücken ist die Kopie des „Ewigen Buchs des Berges Rambynas“, das Original wird in der Martynas Mažvydas Nationalbibliothek, in der Rara-abteilung aufbewahrt. In dem Buch stehen auch die Wünsche von Martynas Jankus und Vydūnas an das litauische Volk.


Neben dem Museum wurde der Garten der Gemälde Kleinlitauens unter freiem Himmel gegründet. Hier werden die Werke bekannter litauischer Künstler Sigutė Ach, Laisvydė Balčiūtė, Andrius Gražys, Kęstutis Grigaliūnas, Linas Liandzbergis, Danas Andriulionis und anderer ausgestellt. Das Museum wurde zu einem geistigen- und Kulturzentrum der Region. Hier finden wichtige Ereignisse, Veranstaltungen der Freilichtmalerei, Konferenzen zu den Themen Kultur, Schriftstellerei und Presse der Region Pagėgiai statt. Jedes Jahr wird hier Geburtstag des Patriarchen gefeiert und dieses alljährliche Fest hat den Namen `Treffen beim Martynas Jankus` bekommen. Bei diesem Treffen am 10. August 2013 wurden das 155. Jubiläum des Martynas Jankus und auch 130 Jahre seit dem Druckbeginn der Zeitung „Aušra“ gefeiert. Bei dem Anlass wurde auch das „Ewige Buch des Berges Rambynas“ gefeiert, da das Original genau vor 85 Jahren verfasst wurde. Die Werke der professionellen Künstler aus der Veranstaltung der Freilichtmalerei zum Thema ``Geschichte, Kultur und Erbe Kleinlitauens`` wurden ausgestellt.


14. Vom Museum aus sollten Sie den gleichen engen Weg zurück nehmen.


*Auf dem Weg zurück werden Sie auf der linken Seite ein Gebäude aus roten Ziegeln sehen – das ist die ehemalige Bitėnai Schule. In dieser Schule wohnen sehr weise und intelligente Menschen Birutė und Kazimieras ŽemguliaiDiese Menschen in einem respektablen Alter haben 18 Jahre lang die Ausstellungsstücke über Martynas Jankus gesammelt und aufbewahrt. Nach der Gründung des Martynas Jankus Museum im Landkreis Pagėgiai, haben sie die Ausstellungsstücke dem Museum überreicht.


15. Sie sollten nach links schauen, wenn Sie die Hauptstraße erreicht haben, hier kann man vom Weiten ein eindrucksvolles und seltenes Naturereignis sehen – die Bitėnai Weißstorchkolonie.


16. Biegen Sie weiter nach rechts ab. Nach etwa 200 Metern kann man auf der linken Seite der Straße eine eingezäunte Wiese sehen (im Sommer sind hier Kühe). An diesem Orten sollten Sie auf den Weg abbiegen, der zum Wald den Nemunas entlang führt. Während Sie sich auf diesem Weg befinden, können Sie Anwesen mit einem schönen grünen Hebel sehen.


17. Fahren Sie weiter auf dem Weg etwa 1 Kilometer bis Sie den Friedhof von Bitėnai (Užbičiai) erreichen.


*Der Friedhof von Bitėnai (Užbičiai) wird `das Pantheon Kleinlitauens` genannt. Der Fridhof ist mit einem schönen Metalltor ausgestattet, das nach dem Projekt der Architekten Martynas und Marija Purvinai entworfen wurde. Auf dem oberen Teil des Tores wurden die Worte von Vydūnas eingeprägt `Spindulys esmi begalinės šviesos` (in einem Strahl gibt es unendlich viel Licht). Dieser Friedhof ist die Grabstätte von Vydūnas, Martynas Jankus, Valteris – Kristupas Banaitis, Jonas Vanagaitis, Elena Grigolaitytė – Kondratavičienė, Aleksandras Žvinakis und vielen anderen für Litauen wichtigen Menschen. Am 30. Mai 2013 fand in diesem Friedhof eine Veranstaltung zum 20 Jahrestag der Umbettung Martynas Jankus in den Friedhof von Bitėn statt.


18. Fahren Sie weiter geradeaus bis zum Besucherzentrum des Rambynas Nationalparks. *.


*In diesem Besucherzentrum werden die wichtigsten historischen und kulturellen sowie Natur- Funde der Region, das Zentrum bietet Dienstleistungen eines Reiseführers.


19. Von dem Besucherzentrum des Rambynas Nationalparks fahren Sie weiter geradeaus in die gleiche Richtung, nach etwa 500 Metern werden Sie einen nicht weit von dem heiligen Berg Rambynas stehenden Parkplatz finden. Von hier aus muss man nur noch etwa 50 Meter zu Fuß zum Berg Rambynas laufen.


*Der Berg Rambynas hat schon seit immer viel Aufmerksamkeit von den Reisenden bekommen. Es wird vermutet, dass hier früher eins der wichtigsten heiligen Orte des Schalauer Stammes war. Heute wird nur noch der übriggebliebener Bergfuß als Berg Rambynas genannt. Ein großer Teil des Berges brach aufgrund des Nemunas Hochwassers ein. Der Berg Rambynas wurde ganz besonders durch den litauischen Patriarch Martynas Jankus, Vydūnas und anderen Menschen aus der Kultur Kleinlitauens berühmt. In der Zeit der litauischen Nationalbewegung Atgimimas (Wiedergeburt) hat man wieder angefangen hier das Johannistagfest zu feiern. Zum 115. Jahrestag des Festes Johannistag auf dem Berg Rambynas, wurde ein moderner Altar mit einer tiefen historischen Bedeutung aufgebaut. Regimantas Midvikas, der mit einem Staatspreis ausgezeichnet wurde, hat diesen Altar, der die Dreifaltigkeit der Baltischen Götter – Patrimpas, Perkūnas, Patulas - symbolisiert, entworfen. Das Kulturzentrum des Landkreises Pagėgiai organisiert jedes Jahr am 23. Juni das traditionelle Johannistagfest ``Das Geflecht der Traditionen`` auf dem Berg Rambynas. Im Jahre 2013 wurde es dem 145. Geburtstag von Vydūnas und dem 155. Geburtstag von Martynas Jankus zu Ehren gewidmet. An diesen Feierlichkeiten werden mehrere Chöre aus der Region Klaipėda, einige Kollektive der Folklore und Amateurtheatertruppen teilnehmen, die Gemeinden der Region sich treffen und natürlich wird der Johannistag nach den alten Traditionen und Ritualen Kleinlitauens gefeiert.

Reiseroute zu Fuss Der Berg Rambynas – Besucher Zentrum – Martynas Jankus Museum

Sie werden sehen:

  • Rambynas Beobachtungshügel (Altar für die Dreifaltigkeit der heidnischen Götter – Patulas, Perkūnas, Patrimpas, die Legende über die Entstehung des Berges Rambynas)

  • `Besucherzentrum` (Es ist der Aufmerksamkeit wert, weil hier Filme über diesen Teil Kleinlitauens gezeigt werden in der deutschen und englischen Sprachen, es gibt neue und interesante Austellungen in Bereichen Natur, Geschichte, Kultur). Hier werden Kopien von den archeologischen Funden ausgestellt, die während der Verlegungs- und Restaurierungarbeiten der Straße zum Burgwall Šereiklaukis gefunden wurden. Der Preis beträgt 10 LT für eine Gruppe.

  • Der Friedhof Bitėnai – Pantheon Kleinlitauens. Hier wurden Sozialaktivisten Kleinlitauens Vydūnas (Vilius Storosta) und Martynas Jankus begraben oder umgebettet.

  • Das Martynas Jankus Kleinlitauen Museum im Bezirk Pagegiai (Preis pro Person 2 LT). Der Garten der Gemälde Kleinlitauens unter freiem Himmel ist kostenlos (die Veranstaltungen der Freilichmalerei mit professionellen Künstlern findet im August statt).

Information zusammengestellt von

Ilona Meirė, Svetlana Jašinskienė


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Šereikos g.5-3,
LT-99254 Vilkyškiai,
tel. +370 656 18 551,
ticpagegiai@gmail.com

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