Güter

Das Gut Šereitlaukis (Schreitlaugken)

Aufgrund seiner guten geographischen Lage werden die ersten Zeichen der aufgenommenen  Arbeit im Gut Šereitlaukis (Schreitlaugken) schon im XIV Jh. gemerkt, allerdings gewinnt die Arbeit des Gutswesens an Bedeutung erst im XVI Jh., als Šereitlaukis (Schreitlaugken) nach 1525 zu dem Ostpreußischen Herzogtum gezählt wird. Der Gutshof hatte eine Mühle mit zwei Gängen, eine große Schäferei, es werden auch Handwerker in verschiedenen Quellen erwähnt. Später wurde hier ein großer Pferdehof eingerichtet, Gemüse und Getreide angebaut, eine Destillerie war aktiv. In der Geschichte hat Das Gut Šereitlaukis (Schreitlaugken) hohe Stellung gehabt, es gab zwar auch Abstiege, aber einige Jahrhunderte lang war es eine große wirtschaftliche Einheit. Im XVIII Jh. wurde das Gut von der Familie Schön verwaltet. Im Jahre 1773 ist Heinrich Theodor von Schön in Šereitlaukis (Schreitlaugken) geboren. Er war 18 Jhre lang der Oberpräsident in Ostpreußen. Seine Tätigkeit war günstig für Kleinlitauer. In Klaipeda und woanders gab wurden einige Denkmäle für ihn errichtet. Nach dem Krieg sind sie rücksichtslos zerstört worden. Später bis zum Zweiten Weltkrieg hat das Gut der Familie Dresler gehört. Ein Angehöriger dieser Familie war in seiner Zeit der Verwalter des Landkreis Tilsit, ein anderer – der Vorsitzender des Memelländischen Landtags. Anfang des XIX Jh. wurde vom Gutshaus aus in die Westrichtung zum Gutsfriedhof eine zwei Kilometer lange Allee gebaut. Dort stand eine kleine Kapelle. Leider sind nur der Name Koplyčkalnis („Kapellenberg“) und eine verkommene Allee übriggeblieben. Das Anwesen wurde während des Ersten Weltkriegs verbrannt, und der Zweite Weltkrieg hat das Gebäude völlig zerstört. Heute sind nur die Gebäude von der Destillerie, Scheune, Trebertürme und Reste von der Park da. Zurzeit wird der Park wiederhergestellt, die Teiche gereinigt, Grundsteine von Hauswirtschaftgebäude aufgedeckt und gepflegt. Auf dem Gutshof, im Destillerie-Gebäude wurde Anfang August 2010 ein öffentliches Museum eröffnet. Hier werden die Fotos von Privatarchiv des Nachwuchs der Besitzer des Gutshofs Šereitlaukis (Schreitlaugken) Konrad Stege sowie die gesammelten Museumsstücke der Initiatorin des Museums Kristina Blankaite ausgestellt.

Das Gutshaus Šilgaliai (Schillgallen)

Das Anwesen ist etwas weiter weg von den Hauptwegen. An dem Tal von Nemunas (Memel), auf dem Hochland, wo das Hochwasser nie hochreicht. Das Gut wird zum ersten Mal im XVII Jh. erwähnt. Seine Haupttätigkeit zu der Zeit war Molkerei. Das Gut Šilgaliai (Schillgallen) war eine lange Zeit eines der stärksten Höfe in der Umgebung von Pagėgiai (Pogegen). Seit dem XIX Jh. wurde das Gut als Gestüt bekannt, wo die Trakehner Pferderasse gezüchtet wurde. Das Anwesen ist zwar beschädigt, steht aber bis heute immer noch da. Wenn man durch das Tor eintritt, sieht man die strenge Ausrichtung nach Ost-Westen, rechteckiges Hof, auf dem an der Südseite sich das Hauptgebäude befindet. Das Gebäude hat die Architekturbesonderheiten des XX Jh. erhalten. Rechts und links vom Schloss befinden sich große Nebengebäude, die auch heute uns an das Gut erinnern, das einst wirtschaftlich sehr stark war. Hinter dem Schloss – der Gutspark, in dem eine Eiche mit dem Durchmesser von 4,5 Meter wächst. Heute ist in dem Gut Šilgaliai (Schillgallen) das Gestüt Nemunas eingerichtet. Das Gestüt fördert und pflegt die Zuchttradition der Trakehner Pferde. Die Reisegruppen dürfen die Trakehner Pferde betrachten und auf dem Hippodrom reiten, dafür muss man aber einen Termin ausmachen.

Das Guthaus Vilkyškiai 

Das Gut Vilkyškiai (Willkischken) wurde im Jahre 1628 eingerichtet. Der Besitzer war Wolf Michael Mühlkünzel. Nach seinem Tod haben seine Nachfahren das Anwesen übernommen. Später ist die Familie Ziegler Besitzer dieses Anwesens geworden. Im Jahre 1751 hat Regina Larisa Ziegler das Gut dem Oberamtmann Gottfried Theodor Schőn verkauft. Im Jahre 1801 hat Gottfried Dressler das Gut gekauft. In den Händen der Familie Dresler bleibt das Gut Vilkyškiai (Willkischken) bis zum Zweiten Weltkrieg. Der letzte Gutsbesitzer war Hans von Sperber. Er hat das Besitz nach dem Testament geerbt, als der einzige Sohn von Aleksander Dresler, Viktor Dresler bei einer Militäraktion 1906 ertrunken ist. Im Jahre 1905 haben 154 Personen gewohnt in dem Anwesen gewohnt, darunter aber kein einziger Litauer. Die Situation war anders in dem Städtchen  Vilkyškiai (Willkischken) – hier machten die Litauer 45,5 Prozent der Einwohner aus. Der Anwesen von Vilkyškiai (Willkischken), wie auch die anderen Gutshöfen in Kleinlitauen, hat sich von den Anwesen in Großlitauen unterschieden. Es war kein Adelsresidenz, vielmehr war der Anwesen für die Haushaltsgeschäfte geeignet. Bis heute sind noch das Gutshaus, das Gebäude des alten Gasthofs, Pferdestahl aus Backstein, das Dienerhaus und die Getreidescheune mit holzgeschnitzten Fensterbretten erhalten worden. Der wunderschöne Gutsgarten und Park auf der Südseite sind verkommen. 

Das Gut Būbliškė (Baubeln)

Die ersten Zeichen von dem Gut Būbliškė (Baubeln) reichen das XIV Jh. Im Jahre 1736 wurde Būbliškė (Baubeln) in eine staatliche Domäne umgewandelt. Von dort wurden zahlreiche Gebiete in der Umgebung von Tilsit verwaltet. Im XVIII Jh. verlief der wichtigste Landesweg Tilsit-Silute-Klaipeda durch Bibliske, ebenfalls war eine Mühle aktiv. Im Jahre 1773 wird Michel Stumber zum Vermieter des Bubliskes Anwesens. Etwa ein Jahr später, nach seinem Tod, übernimmt seine Frau Frederike Stumber die Verwaltung des Guts. Im Jahre 1816 hat der Witwe von Michel Stumber ein beachtliches Besitz gehört: das Vorwerk des Gutshofes, das Anwesen Mikytai, das Anwesen Kalve, das Gebäude vom Schönwald, einige Grundstücke im Wald. Im Jahre 1824 hat der Lieutenant Ludwig W.E. von Sanden das Gutshof Bubliske abgekauft. Er hat es geschafft diesem Anwesen den höchsten Titel in Preußen zu verschaffen – Rittergut.

Im Jahre 1827 wurde Būbliškė dem Kapitain Eduard H. Schlenther verkauft. Da hat die Blütezeit für das Anwesen Bubliske angefangen. Die Regierung der Schlenther-Dynastie hat bis zum zweiten Weltkrieg gedauert. Im XIX Jh. wurde nicht weit von Bibliske eine internationale Verkehrsstraße Königsberg-Tilsit-Klaipeda eingerichtet und später auch eine Eisenbahnstrecke Tilsit-Pagegiai-Heydekrug-Klaipeda. So wurde Bubliske von drei Seiten mit den wichtigsten Verkehrsstraßen der Region verbunden. Im Jahre 1925 war das Anwesen von Bubliske (zusammen mit den Vorwerken Endriske und Mikytai) das zweitgrößte Anwesen (nach Sereiklaukis) in der ganzen Region Klaipeda.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der sowjetischen Okkupation wurde das berühmte Gutshaus von Bubliske vernichtet. Die anderen Gebäude (oder zumindest ein Teil von ihnen) wurden schon in der Nachkriegszeit vernichtet, auf die Initiative von der neuen Regierung oder den neuen Bewohnern. Bis heute sind nur noch die Scheune aus roten Ziegeln und das Territorium des ehemaligen Parks mit den Anzeichen für damals hier gewesenen Alleen und Teichen geblieben.

 

 

 


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Šereikos g.5-3,
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