Die Stadt Panemunė

Panemune ist die kleinste Stadt Litauens. Sie befindet sich in der Grenzregion zweischen Litauen und dem Oblast Kaliningrad. Nebenan fließt der Fluss Nemunas und am anderen Ufer des Flußes liegt die Stadt Tilsit. Sie ist die einzige Stadt ohne eine eigene Stadtverwaltung (gehört zur Gemeinde Pagegiai).

Die Siedlung ist seit dem XIX Jh. bekannt. Ereignisse, die damals wichtig für ganz Europa waren, sind genau in dieser Umgebung geschehen. Der Preußische König Friedrich Wilhelm III. erklärte am 9. Oktober 1806 dem französischen Imperator Napoleon Bonaparte den Krieg. Am 25. Juni 1807 begann in Tilsit haben Friedensgespräche, in denen der Imperator Frankreichs Napoleon den Ton für die Bedingungen angab.  In den vier Wochen während den Verhandlungen wurde Piktupenai (Landkreis Pagegiai, ca. 8 km von Panemune entfernt) zu der Residenz des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., seiner Frau Luise und deren großen Familie. Der Treffen zwischen Königin Luise und dem Imperator Napoleon am 6. Juli 1807 in Tilsit blieb erfolglos. Aus diesem Grund wurde am 7. Juli auf dem speziell für diesen Anlass mitten in Nemunas aufgebauten Floß von den französischen Imperator Napoleon und russischen Kaiser Alexander I.  Frieden von Tilsit unterschrieben, der besonders ungünstig für Preußen war.

Der alte Postweg, der durch die Kurische Nehrung verlief, wurde Ende des XIX Jh. auf die neu über Tilsit und Taurage verlegte Strecke umgeleitet, eine Eisenbahnbrücke wurde gebaut. Infolgedessen wurden für die Siedlung Panemune günstige Bedingungen für ein Wachstum geschaffen. 1907 wurde die Brücke über Nemunas zwischen Panemune und Tilsit fertiggebaut. Die Brücke wurde nach der preußischen Königin Luise genant. Im 2. Weltkrieg wurde die Brücke bombardiert, später wiederaufgebaut. Die Länge der Brücke beträgt 416 Meter. Heute verbindet diese Brücke nicht nur Litauen, sondern auch EU mit Russland.

In der Zeit des Presseverbots in Litauen in den Jahren 1864-1904 haben sich die Wege der Bücherschmuggler und der Grenzbeamten des zaristischen Russlands gekreuzt. Ende des XIX Jh. wurde die Grenze mit drei Kontrollpunkten verstärkt. In der ersten Linie (Reihe) stand alle 3 Kilometer ein Kontrollturm und bewaffnete Grenzsoldaten patrouillierten auf Pferden. Die zweite Reihe befand sich 2 Kilometer hinter der Grenze und die dritte – ca. 6 km. Diese zwei Reihen dienten als geheime Posten der Grenzsoldaten.

Panemune blühte nach den Geschehnissen im Jahre 1923 auf, als es zu einer Grenzstadt zwischen Litauen und Deutschland wurde. Hier wurde ein Grenzpolizeiposten, Zoll, zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Kneipen eingerichtet. Besonders der Bazar gedieh. Durch die Stadt wurde eine Schmalspurbahn Tilsit-Pagegiai-Smalininkai verlegt. Aufgrund der großen Unterschiede in den Lebensmittelpreisen in der Repupblik Litauen und in Deutschland florierte der Schmuggel in der Region.  

Nach den Ereignissen des I. bzw. II. Weltkrieges war die Stadt Panemune nur noch eine verlassene Siedlung am Straßenrand. Nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Litauens verbessert sich langsam auch die Lebensqualität in Panemune und das Stadtbild verändert sich zum Positiven.

Zur Zeit wohnen ca. 350 Einwohner in Panemune. Panemune dient als Kontrollposten.


Suche:
Kontakte
Šereikos g.5-3,
LT-99254 Vilkyškiai,
tel. +370 656 18 551,
ticpagegiai@gmail.com

Veranstaltungskalender

<< October, 2019 >>
MTWTFSS
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031